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Marina and the Diamonds for Intro Magazine

Photos by Mustafah Abdulaziz (for Intro Magazine 2012)


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INTERVIEW (german)

Unter dem Make-up

Es ist wie im Leben der ganz normalen Leute. Auch einem Popstar schaut man zuerst in die Augen. Marina Diamandis gibt alles, um beim Erstkontakt mit ihrem neuen Album »Electra Heart« für einen blendenden Eindruck zu sorgen. Arno Raffeiner attestiert ihr echte Popstar-Qualitäten, bemängelt beim neuen Album aber die fehlende musikalische Emanzipation.

Im Videoclip zum Song »Electra Heart« sieht man Marina Diamandis am Schminktisch. Sie zerrupft sich kunstvoll die Frisur und singt ihr Spiegelbild an: »I lived a lot of different lives / Been different people many times ...« Augenblicklich ist sie eine Krankenschwester. Bei unserem Gespräch in Berlin trägt sie ein Kostüm in Babyrosa, ein Lächeln wie Perlweiß und klappert nur so mit den beeindruckenden Wimpernprothesen rund um ihre Scheinwerferaugen. Ihr Gesicht ist eine einzige strahlende Fläche. Aber sagen möchte die Sängerin auch etwas. Nämlich, dass sie es diesmal richtig wissen will, den großen Erfolg anpeilt.

Marina Diamandis wurde 1985 in Wales geboren, ist griechischer Abstammung, Synästhetikerin und musikalisch eher eine Spätberufene. Dafür entschied sie sich umso vehementer für die Musik: »Ich habe mit 100-Millionen-prozentiger Sicherheit gewusst, dass aus mir nichts anderes werden konnte als eine Songwriterin und Sängerin.« Ihr erstes Album unter dem leicht abgewandelten Namen Marina And The Diamonds, »The Family Jewels«, schaffte es in Großbritannien in die Top 5 und kratzte auch in Deutschland an den Top 10. Heute empfindet Marina Diamandis es als »zu alternativ« – sie lässt kein Fünkchen Zweifel daran, was sie will: den großen Erfolg. Dafür schlüpft sie, die sich als Do-It-Yourself-Künstlerin versteht, für ihr zweites Album »Electra Heart« nun endgültig in die Popstarrolle. Mindestens so viel Augenmerk wie auf ihren Songs liegt jetzt auch auf ihrem Image. »Ich finde es interessant, dass man in bestimmte Kategorien passen muss, um als Popstar zu gelten«, sagt sie. »Diesmal habe ich mir gedacht: Ich sehe einfach aus wie einer und warte ab, was passiert.«

Bei so viel Oberflächengestaltung verwundert es fast, dass Marina jenseits des Make-ups so offenherzig geblieben ist. Sie überrascht mit ungeschminkten Aussagen zu ihren Ambitionen: »Mein erstes Album hat mich nicht so in den Ruhmeshimmel katapultiert, wie ich wollte.« Und zur Disziplin, in der sie aktuell zu brillieren versucht: »Ich will nicht für immer Songs machen müssen, die ins Mainstream-Radio passen.« Kann man ihr da die Musik ihres neuen Albums »Electra Heart« übel nehmen? Diesen strikt nach Handbuch und Marktforschung entwickelten Guten-Morgen-Pop, dem einige bewährte Hit-Produzenten die finale Passform gaben? Man kann, denn bei so viel Selbsterkenntnis wäre für die Künstlerin doch auch ein bisschen musikalische Emanzipation drin gewesen.

Aber die Formelhaftigkeit ist Programm. Schließlich gehe es auf »Electra Heart« um weibliche Archetypen, gibt Marina zu verstehen. Sie ist fasziniert von Schein und Inszenierung: makellose Hülle außen, innen das Nichts. Schon in ihrem Hit »Hollywood« aus dem Jahr 2010 sang sie im Stars&Stripes-Cheerleader-Outfit: »I’m obsessed with the mess that’s America-ha-ha.« Aus demselben Grund zieht sie sich diesmal im Clip zu »Primadonna« grelle Kostüme wie das ebendieser »Primadonna« oder der »Bubblegum Bitch« über. »Ich mag an Popkultur die Illusion, dass alles perfekt ist«, erklärt sie. »Darum liebe ich Amerika. Dort dreht sich vieles darum, Dinge besser aussehen zu lassen, als sie eigentlich sind.«

Dank ihres schwindelerregenden Verbrauchs von Kosmetika hat Marina es übrigens geschafft, zum Gesicht von Max Factor zu werden, genauer gesagt zum Gesicht der Produktlinie »Max Colour Effects« – ein Label, das auf Marinas Vorstellung von Pop wunderbar passt. Hyper-Synästhetik in full effect: Alles ist in blendende Farben getaucht, Zwischentöne werden nicht wahrgenommen.

30.03.2012
Text: Arno Raffeiner, Foto: Mustafah Abdulaziz
Source: intro.de

 

 

 

 

 



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